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So kalkuliert DemoQuoter: Formeln, Demo-Annahmen und Grenzen
Der vollständige, nachvollziehbare Weg von der STEP-Geometrie über Stück- und Werkzeugkosten bis zur Angebotssumme – einschließlich aller Demo-Standardwerte.
Hinter DemoQuoter steckt kein verborgenes Marktpreismodell. Der Browser sendet die Geometrie und die gewählten Annahmen an das Backend. Dort werden die unten beschriebenen Formeln angewendet und Preis samt Aufschlüsselung zurückgegeben. Gleiche Eingaben führen deshalb zum gleichen Ergebnis.
Die Demo bildet die Kostenlogik des Spritzgusses mit plausiblen Beispielwerten ab. Sie ist repräsentativ dafür, wie ein Angebot aufgebaut sein kann und wie Kostentreiber wirken – aber nicht auf einen bestimmten Betrieb kalibriert. Im Produktivsystem werden die Werte durch Materialpreise, Maschinen, Rüstregeln, Margen und Freigabeprozesse des Fertigers ersetzt.
Die Demo startet mit 1.000 ABS-Teilen, einer Kavität, Kaltkanal, Standardoberfläche, normaler Toleranz und enthaltenem Werkzeug. Das Ergebnis ist als vorläufig gekennzeichnet. Jede Auswahl kann vor dem Export geändert werden.
- Deterministisch und prüfbar: Geometrie, Annahmen, Zwischenkosten und Formeln bleiben sichtbar.
- Geeignet für eine schnelle, einheitliche Erstindikation und für Variantenvergleiche unter denselben Regeln.
- Kein produktionsreifes Preisversprechen: Zeichnungen, Herstellbarkeit, Sondermerkmale und kaufmännische Bedingungen müssen geprüft werden.
1. Was aus der STEP-Datei kommt
Die OpenCascade-Analyse liefert Volumen, Oberfläche, Abmessungen der Bounding Box, größte Einzelfläche und Flächenanzahl. Für den Preis nutzt der Algorithmus Volumen, Abmessungen, größte Fläche und Flächenanzahl. Die Oberfläche wird zur technischen Prüfung angezeigt, ist in dieser Demo aber kein direkter Kostentreiber.
Als projizierte Fläche dient der größte Wert aus den drei Seitenflächen der Bounding Box und der größten erkannten Bauteilfläche. Daraus entsteht die Größenklasse klein, mittel, groß oder extragroß. Die Komplexität ist bewusst einfacher: bis 50 Flächen einfach, bis 120 mittel, bis 250 komplex, darüber sehr komplex. Die Flächenanzahl ist ein reproduzierbarer Näherungswert, kein Beweis für Werkzeugkomplexität.
- Klein: projizierte Fläche ≤ 10.000 mm² und größte Abmessung ≤ 100 mm
- Mittel: ≤ 40.000 mm² und ≤ 300 mm
- Groß: ≤ 160.000 mm² und ≤ 600 mm; andernfalls extragroß
2. Material und Zykluszeit
Das Teilegewicht ist Volumen × Materialdichte. Für das Schussgewicht kommt ein Angussanteil hinzu: 30 % beim Kaltkanal, 5 % beim Heißkanal und 0 % ohne Anguss. Materialkosten je Teil sind Schussgewicht in Kilogramm × Granulatpreis × (1 + Ausschussquote).
Wenn der Kalkulator keine Zykluszeit eingibt, schätzt die Demo sie als 12 Sekunden + 0,4 Sekunden je cm³ Bauteilvolumen + 3 Sekunden Handhabung, begrenzt auf 8 bis 90 Sekunden. Größere Teile dauern damit länger, ohne eine Füll- und Kühlsimulation vorzutäuschen.
- ABS: 1,04 g/cm³, 2,80 €/kg, 8 % Ausschuss
- PP: 0,91 g/cm³, 1,90 €/kg, 6 % Ausschuss
- PA6: 1,14 g/cm³, 3,60 €/kg, 10 % Ausschuss
3. Produktionspreis je Teil
Maschinenkosten sind effektiver Stundensatz × Zykluszeit ÷ 3.600 ÷ Kavitäten. Der effektive Satz ergibt sich aus 55 €/h geteilt durch 85 % Auslastung. Direkte Arbeit wird genauso verteilt: Arbeitsstundensatz × manuelle Sekunden je Zyklus ÷ 3.600 ÷ Kavitäten.
Standardmäßig werden 2 Rüststunden zu 60 €/h, also 120 €, auf die Bestellmenge verteilt. Verpackung und Qualität kommen je Teil hinzu. Material, Maschine, Arbeit, Rüsten, Verpackung und Qualität bilden die Produktionskosten; darauf rechnet die Demo 25 % Produktionsmarge. Die Menge beeinflusst den Stückpreis vor allem, weil einmalige Rüstkosten auf mehr oder weniger Teile verteilt werden.
- Direkte Arbeit: standardmäßig 0 Sekunden/Zyklus bei einem hinterlegten Satz von 35 €/h
- Verpackung: 0,02 €/Teil; Qualitätszuschlag: 0,00 €/Teil
- Alle Werte lassen sich in den erweiterten Kalkulationsgrundlagen ersetzen
4. Werkzeugpreis
Werkzeugkosten vor Marge sind Werkzeugbasis × Kavitätenfaktor × Komplexitätsfaktor × Oberflächenfaktor × Toleranzfaktor + Angussaufschlag. Die Basiswerte je Größenklasse sind 3.000 €, 8.000 €, 18.000 € und 40.000 €. Wenn das Werkzeug enthalten ist, kommen in der Demo 10 % Werkzeugmarge hinzu.
Die Kavitätenfaktoren für 1, 2, 4, 8 und 16 Kavitäten sind 1,00, 1,35, 1,85, 2,70 und 4,00; bei einer anderen Zahl gilt der nächstkleinere konfigurierte Faktor. Die Komplexitätsfaktoren sind 1,00, 1,15, 1,35 und 1,65. Oberfläche: 1,00 Standard, 1,15 strukturiert, 1,25 poliert. Toleranz: 0,90 grob, 1,00 normal, 1,20 eng, 1,40 sehr eng und 1,75 kritisch. Ein Heißkanal addiert 1.500 € zur Werkzeugbasis.
Im Backend gibt es außerdem einen getrennten, deterministischen Pfad für geprüfte Fertigungsmerkmale: Eine bestätigte Hinterschneidung, ein Innengewinde oder ein Außengewinde kann vor der Werkzeugmarge einen konfigurierten Zuschlag von 1.500 €, 2.500 € oder 1.800 € addieren. Die öffentliche Demo bestätigt diese Merkmale nicht automatisch und übergibt null, solange sie nicht in einem integrierten Prüfprozess ausdrücklich bestätigt wurden.
5. Vom Rechenwert zum Angebot
Die Produktionssumme ist Verkaufspreis je Teil × Menge. Das Gesamtangebot ist Produktionssumme + Werkzeugpreis; der All-in-Stückpreis teilt diese Summe wieder durch die Menge. Die Berechnung bleibt im Backend. Das Frontend sammelt Eingaben, fordert die Neuberechnung an und zeigt die zurückgegebene Aufschlüsselung.
Vor dem Export kann ein Kalkulator die berechnete Produktionssumme oder den Werkzeugpreis manuell überschreiben. DemoQuoter behält den ursprünglichen Rechenwert neben dem manuellen Wert und bildet die Gesamtsumme aus den freigegebenen Zahlen. Damit bleiben Formelergebnis und kaufmännische Entscheidung getrennt.
6. Warum das repräsentativ ist – und wo es endet
Die Struktur ist repräsentativ, weil sie dieselben Kostentreiberfamilien nutzt wie eine reale Spritzgusskalkulation: verbrauchtes Granulat, Zyklus und Maschinenkapazität, Kavitäten, Rüsten, Arbeit, Bestellmenge, Werkzeuggröße, Konstruktionsaufwand, Oberfläche und Toleranz. Auch die Richtung stimmt: Mehr Kavitäten senken Maschinenkosten je Teil, erhöhen aber Werkzeugkosten; engere Toleranzen und polierte Oberflächen verteuern das Werkzeug; größere Mengen verteilen Rüst- und Werkzeugkosten auf mehr Teile.
Repräsentativ bedeutet nicht allgemein gültig. Die Zyklusformel ist eine Näherung, die projizierte Fläche berechnet keine Schließkraft und die Flächenanzahl erkennt weder Schieber, Auswerfer und Kühlkonzept noch jedes Gewinde oder jede Hinterschneidung. Das STEP-Modell enthält Nominalgeometrie, häufig aber keine Zeichnungstoleranzen, genaue Werkstoffsorte, Farbe, Prüfplan, Logistik, Steuern oder Zahlungsrisiko. Diese Punkte sind nicht Teil des aktuellen Demo-Preises.
Wenn Sie sehen möchten, wie dieser Ansatz mit Ihren realen Kalkulationsregeln arbeitet, prüfen wir das gemeinsam. In einem Pilot vergleichen wir historische Bauteile und Angebote, kalibrieren Sätze und Grenzfälle und definieren Prüfschwellen, bevor das freigegebene Ergebnis mit Ihren Dokumenten, ERP und Vertrieb verbunden wird.